Sie haben sich verliebt und eine Familie gegründet. Aber sie haben nur ein winziges Stück Land: Kann das reichen?
Die Ausgangslage:
Zenebe Badacho (22) lebt mit seiner Frau Emebet Bekele (20) und ihren beiden Töchtern Soret (3) und Hinsene (1) im Dorf Sike Bokosa. Kennengelernt haben sich die beiden beim Gottesdienst. «Sie ist schön. Aber ich mag auch ihren Charakter», sagt Zenebe. «Ich spürte: Mit ihr kann ich ein Leben aufbauen.» Emebet sagt, sie habe sich in Zenebe verliebt wegen «seiner Persönlichkeit und wie er über das Leben denkt». Für sie heisst das: «Zenebe ist fleissig und er schaut nach vorn.» Zwei Kinder seien genug, sagen beide. Sie haben sich auf Familienplanung geeinigt. Ihr Land ist winzig, nur ein Achtel Hektar gross. In der Hütte gibt es keine Möbel, die Familie schläft auf Matten auf der nackten Erde.
Wie wir helfen:
Menschen für Menschen unterstützte Zenebe mit 300 Ensete-Setzlingen auf Kreditbasis und mit Schulungen zu Anbau und klimaangepasster Landwirtschaft.
So wirkt die Hilfe:
Erst nach drei Jahren ist die Ensete-Staude nutzbar – dann kann sie viel Einkommen bringen. Mit dem Ertrag aus lediglich vier ausgewachsenen Stauden kann Zenebe seinen Kredit ablösen. Schon heute baut er zwischen den Pflanzen Gemüse an: Bohnen, Mais, Kartoffeln und Kohl. Emebet ist Mitglied einer Frauen-Spargruppe und will in den Handel mit Kotcho einsteigen. Zenebe sagt: «Früher war ich ruhelos. Jetzt habe ich ein Zuhause.» Er blickt zu seiner Frau: «Bei ihr habe ich meinen Platz gefunden.»
Kotcho – ein wichtiges Grundnahrungsmittel
Aus der Ensete entsteht ein für Südäthiopien zentrales Grundnahrungsmittel. Rund 25 Millionen Menschen leben ganz oder teilweise von dieser Staude. Sie verarbeiten sie zu Kotcho: einer stärkereichen Masse, die zu einer Art Brot gebacken wird. Im Projekt Hambela Wamena unterstützen wir 500 Familien mit je 300 Setzlingen sowie mit Schulungen zu Anbau und Pflege.