Schulungen und Saatgut steigern die Ernte. Die Nachbarn wollen Bauer Addisu nacheifern.
Die Ausgangslage:
Addisu Ware lebt mit seiner Familie in der Gemeinde Golja. Früher pflanzte er lokale Gersten-Sorten und setzte aus Geldmangel kaum Dünger ein. «Die Ernten waren schlecht», sagt der Bauer. Der Familie fehlte nicht nur Nahrung, sondern auch Mittel, um in die nächste Saison zu investieren.
Wie wir helfen:
Die Familie erhielt verbessertes Saatgut und Mineraldünger. Entscheidend war auch das Know-how: Addisu lernte, Gerste in Reihen zu säen, und weiss nun, wann er wie viel Dünger ausbringen muss, um die Erträge zu steigern.
So wirkt die Hilfe:
Auf einem halben Hektar erntete Addisu unlängst 2400 Kilogramm Gerste. «Früher hatten wir oft nur 400 Kilogramm», sagt er. Nur einen kleinen Teil der neuen Ernte verbraucht die Familie selbst. Den Grossteil kann sie verkaufen. Mit dem Erlös erwarb Addisu einen Ochsen – ein wesentlicher Schritt zu mehr Unabhängigkeit: Ochsen werden zum Pflügen gebraucht. «Wer keine eigenen Tiere besitzt, muss sie für teures Geld mieten», erklärt Addisu. Er ist zum Vorbild für Nachbarn geworden, er zeigt ihnen, was er von Menschen für Menschen gelernt hat. Addisu plant bereits weiter: «Zunächst möchte ich Land pachten, um Ackerbohnen anzupflanzen, dann einen Kiosk mit Waren des täglichen Bedarfs eröffnen.»
Die Gerste – ein nahrhaftes Getreide
Gerste ist in Südäthiopien ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Sie wird unter anderem für Brei und nahrhafte Getränke verwendet. In unserem Projekt erhalten 360 Familien je 50 Kilogramm Saatgut sowie Mineraldünger. Ziel ist nicht nur Eigenversorgung, sondern auch mehr Einkommen durch höhere Erträge.