Noch ist die Familie von Esatu Dugo und seiner Frau Gadise Hotesa bitterarm. Doch Schafe eröffnen eine Perspektive.
Die Ausgangslage:
Es ist 14 Uhr, heute gab es kein Mittagessen. «Wir müssen noch oft Mahlzeiten ausfallen lassen», sagt Esatu Dugo. Er und seine Frau Gadise Hotesa leben mit ihren drei Töchtern im Dorf Dimtu Hambela. Esatu ist Tagelöhner. Er verputzt Lehmwände, schneidet Gras in Kaffeegärten oder pflückt Kaffeekirschen. Er verdient umgerechnet rund einen Franken pro Tag. Aber oft findet er nur einmal pro Woche Arbeit. Zum Frühstück ass die Familie geröstete Gerstenkörner mit Kaffee, am Abend soll es Brot mit etwas Kohl geben.
Wie wir helfen:
Menschen für Menschen unterstützt besonders arme Familien ohne Land mit Beratung und Kleinvieh. Esatu und Gadise erhielten vier robuste Mutterschafe. Ein Lamm ist bereits da, die anderen Tiere sind trächtig.
So wirkt die Hilfe:
Noch schläft die Familie auf Strohsäcken, nicht auf Matratzen. Das wenige Kapital soll nicht in Komfort fliessen, sondern in den Aufbau einer Existenz. «Ich arbeite hart. Ich möchte Land pachten», sagt Esatu. Die Schafe sind dafür der Schlüssel: Lämmer lassen sich nach vier bis fünf Monaten verkaufen, ältere Tiere erzielen hohe Preise, an Festtagen noch mehr. Ziel Nummer zwei ist genug Essen. Erst danach will die Familie das Haus verbessern: statt der mürben Plastikplane ein Blechdach. Gadise plant ebenfalls: Sie ist Mitglied einer Spargenossenschaft und will mit einem Mikrokredit Tomaten handeln. Beide schauen nach vorn. Gadise sagt: «Bald wird es uns besser gehen.» Und Esatu betont: «Ich danke euch. Aber ich möchte nicht um mehr Hilfe bitten. Helft unseren Nachbarn, sie haben es noch nötiger!»
Mikrokredite für Schafe
Für viele Tagelöhner ist Vieh eine der wenigen Möglichkeiten, Kapital zu erwirtschaften und eine Existenz aufzubauen. Wir ermöglichen, dass 350 Familien im Distrikt je drei bis vier Schafe auf Basis eines fairen Mikrokredits erhalten.