Frauen in Äthiopien sind benachteiligt. Gleichstellung ist der Schlüssel zu Gerechtigkeit und Entwicklung.
Liebe Leserin, lieber Leser
Es ist noch ein weiter Weg zur Gleichstellung in Äthiopien. Doch das Land hat auch unter Mithilfe von Menschen für Menschen Fortschritte bei der Selbstbestimmung der Frauen gemacht. Mitte der Neunzigerjahre nutzten erst rund drei Prozent der Äthiopierinnen Verhütungsmittel, heute sind es rund 40 Prozent. Die durchschnittliche Kinderzahl pro Frau ist von sieben auf vier gesunken. Und heute können rund acht von zehn jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren lesen und schreiben – Mädchen ebenso wie Knaben.
Wir wollen diesen Trend weiter vorantreiben. Zemariam Bekele ist die Gleichstellungsbeauftragte in unserem Projektgebiet Raphe. Sie ermutigt Männer zu einem neuen Rollenverständnis. Sie sollen Verantwortung im Haushalt übernehmen. Frauen sollen gleichberechtigt mitentscheiden.
Warum? Weil Gleichstellung der beste Weg heraus aus Armut und Hunger ist. Nur wenn Frauen ihre Potenziale entfalten können, ist Entwicklung möglich. Das zeigt das Interview mit Zemariam:
Herzlichen Dank, dass Sie mit Ihren Spenden diese Arbeit ermöglichen, zum Wohl jeder einzelnen Frau, ihrer Familie und der gesamten Gesellschaft.
Ihre
Die Mädchen brauchen uns!
Kinderheiraten gehen in Äthiopien zurück. Dennoch wird noch immer fast jede zweite junge Frau vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Früh zu heiraten raubt Mädchen ihre Bildungschancen, führt zu frühen Schwangerschaften und zementiert Armut. Menschen für Menschen kämpft für die Selbstbestimmung von Mädchen und Frauen. Unserer Sozialarbeiterinnen klären in den Dörfern über die negativen Folgen früher Ehen auf.
Bei Anruf Freiheit
Ein eigenes Mobiltelefon schafft Unabhängigkeit. Frauen können sich vernetzen, Marktpreise und Gesundheitsinfos austauschen, Geldgeschäfte erledigen. Wer kein Handy besitzt, ist auf andere angewiesen. Deshalb gilt der Zugang dazu als wichtiger Indikator für die Selbstbestimmung von Frauen. Häufig sieht man in äthiopischen Dörfern noch Tastenhandys, wie sie in Europa kaum noch in Gebrauch sind. Nur wenige davon sind Smartphones.
Mehr auf dem Konto
Ein Leben ohne eigenes Bankkonto? Kaum vorstellbar in der Schweiz. Im ländlichen Äthiopien ist das die Regel: 78 Prozent der Frauen (und 56 Prozent der Männer) verfügen über kein Konto.
Menschen für Menschen schliesst diese Lücke über Spar- und Kreditgruppen in den Dörfern. Dort sparen Frauen gemeinsam, erhalten Zugang zu Mikrokrediten und können ein Kleingewerbe aufbauen und eigenes Einkommen erwirtschaften.
Quellen: Bundesamt für Statistik, Ethiopia Demographic and Health Survey 2024-2025, DHS 2024-2025, befragt wurden Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren , EDHS 2024-2025, befragt wurden Frauen im Alter von 20 bis 24 Jahren