A wie Armut, B wie Bildung, C wie Chancen
Liebe Leserin, lieber Leser
Die fehlende wirtschaftliche Entwicklung bedroht die Zukunft der jungen Generation in Afrika. Dahinter liegt ein grundlegenderes Problem: In vielen Regionen wachsen Bevölkerung und Ressourcen nicht im gleichen Tempo. Wo Äcker, Arbeit und Bildung knapp sind, verschärft sich Armut von Generation zu Generation.
Der Schlüssel liegt bei den Frauen. Wo Mädchen keine Stimme haben, nicht zur Schule gehen oder früh verheiratet werden, bleibt Entwicklung blockiert. Darum ist Gleichstellung der Geschlechter ein zentrales Anliegen von Menschen für Menschen. Sie entscheidet über Gesundheit, Einkommen und Familiengrösse. Frauen, die Bildung erhalten und selbst über ihr Leben bestimmen können, bekommen später und weniger Kinder, sorgen besser für ihre Familien und tragen zur wirtschaftlichen Stabilität ihrer Gemeinschaften bei.
Deshalb setzen wir bei den Mädchen an. Sie sollen zur Schule gehen und dort bleiben. Sie sollen eine Ausbildung erhalten und einen Beruf ergreifen können. Wer Mädchen stärkt, stärkt die nächste Generation.
Es geht um das Wohl eines ganzen Landes und um eine gerechtere Welt. Aber es geht auch um das Lebensglück jedes einzelnen Mädchens. Bitte tragen Sie gemeinsam mit Menschen für Menschen dazu bei.
Die Regel ist Stress
WAS WIR TUN: Wir verteilen Monatsbinden an Vertrauenslehrerinnen zur Weitergabe an Mädchen.
WAS WIR TUN: Wir bauen Brunnen in der Nähe der Häuser. Wir begleiten unsere Massnahmen mit Sensibilisierung und Gesprächen. Beispielsweise fördern wir «Modellfamilien für Gleichstellung», in denen auch Knaben und Männer Wasser holen. Die Nachbarn erkennen, wie Familien durch Arbeitsteilung profitieren.
Ungleich
Eine erste Klasse in unserem Projektgebiet im Distrikt Raphe: Auf sieben Knaben kommen nur drei Mädchen. Die Eltern schicken vor allem ihre Söhne in die Schule.
Jugendliche auf dem Gymnasium
Nach der Primarschule gerät das Verhältnis noch mehr aus der Balance. Auf dem einzigen Gymnasium in Raphe kommen neun Knaben auf ein Mädchen.
Der Bund für ein Leben in Armut
Viele arme Eltern geben ihre Töchter aus wirtschaftlicher Not früh in die Ehe. Doch auch Traditionen spielen eine Rolle: Mädchen sollen unberührt in die Ehe gehen. In Äthiopien wird jedes siebte Mädchen vor seinem 15. Geburtstag verheiratet. In unserem Projektgebiet Raphe wird jedes zweite Mädchen vor seinem 18. Geburtstag zur Ehefrau.
WAS WIR TUN: Wir bilden sogenannte «Peer Educators» aus. Diese Aufklärungshelfer sprechen darüber, warum frühe Verheiratung schädlich ist. Zudem stärken wir an den Schulen Girls Clubs, in denen Mädchen ihre Rechte kennenlernen.
WAS WIR TUN: Mit Schulbedarf und Lebensmitteln fördern wir Schulbesuch und Bildungserfolg von Knaben und Mädchen gleichermassen.