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Ostern in Äthiopien: Das wichtigste Fest – gerade in Zeiten von Corona

Weil die äthiopische Kirche dem julianischen Kalender folgt, feiern die Christen am Horn von Afrika Ostern später als in der westlichen Welt. In diesem Jahr fällt das Fest dort auf den 2. Mai. Für viele Familien ist es der Höhepunkt im Jahreslauf.

 

Äthiopische Christen üben sich von Kindesbeinen an in Selbstdisziplin: Ganze acht Wochen lang dauert der Fasten-Marathon vor Ostern. Die Strenggläubigen essen nichts vor 15 Uhr, verzichten bis zu dieser Tageszeit sogar auf jeden Tropfen Wasser. Generell verzichten orthodoxe Christen in der Fastenzeit auf sämtliche tierischen Produkte, nehmen nicht einmal Milch oder Eier zu sich.

Eier gehören in Äthiopien in die scharfe Sosse des Ostermahls. Das freut die armen Mütter, die mit unserer Hilfe Hennen kaufen konnten – sie erzielen zum Fest besonders gute Preise.

Umso grösser ist die Vorfreude auf die Osternacht: Dann singen und beten die Gläubigen normalerweise drei oder noch mehr Stunden in der Kirche. Der Duft von brennenden Kerzen aus Bienenwachs und Weihrauch erfüllt den Raum, bis die Menschen gegen 3 Uhr morgens zum Fastenbrechen heim gehen.

In diesem Jahr begehen die Menschen das Fest zum zweiten Mal unter den Vorzeichen von Corona. Während 2020 viele Menschen zuhause blieben, rechnen Beobachter damit, dass die Gläubigen mit Masken bewehrt wieder zu den Gottesdiensten strömen. Viele werden aber – wie in Äthiopien aufgrund des grossen Andrangs in den Kirchen immer üblich – im Kirchenhof betenDie Worte der Priester werden mit Lautsprechern auf den Hof übertragen.  

Die Ostereier finden sich in Äthiopien traditionell nicht im Nest, sondern im Kochtopf: Auch wenn dafür ein Wochenlohn oder mehr aufgewendet werden muss, wird in den Familien „Doro Wot“ serviert (hier geht’s zum Kochrezept), die scharf gewürzte Festmahlzeit. „Doro“ bedeutet „Huhn“, „Wot“ heisst „Eintopf“ oder „Sauce“. Zum Hühnchen kommen möglichst viele hartgekochte Eier. Der Eintopf wird auf Injerra, säuerlich schmeckenden Brotfladen, serviert und von einer gemeinsamen Platte gegessen: Dieses Ostermahl gilt in den meisten Familien als einer der Höhepunkte im Jahreslauf.

Allerdings fällt es den ärmsten Familien in diesem Jahr noch schwerer als sonst, ihren Kindern ein schönes Fest zu bieten. Ein Hühnchen im Topf ist für sie unerschwinglich. Viele Väter und Mütter haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren. Beispielsweise verzichten die Bessergestellten jetzt auf Haushaltshilfen, aus Angst vor einer Ansteckung. Hinzu kommt eine galoppierende Inflation, die unter anderem auf gestiegene Treibstoffpreise zurückgeht und auf andere Waren durchschlägt. So ist der Preis für Mehl in der Hauptstadt Addis Abeba innerhalb der vergangenen drei Monate um ein Drittel gestiegen.

In dieser Situation versorgt Menschen für Menschen die ärmsten Kinder mit Nothilfe. In der Hauptstadt Addis Abeba erhielten 152 Mütter von unterernährten Kleinkindern Mehl, Pasta, Hülsenfrüchte und Speiseöl neben einem Mietzuschuss in bar. Auch die Familien von 147 Kindern in der Stadt Debre Berhan bekamen vor dem äthiopischen Osterfest ähnliche Lebensmittelpakete.

 

Mit 50 Franken ermöglichen Sie Nothilfe, die einem Kind einen Monat lang das Überleben sichert.

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