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Neue Lebensmittel-Nothilfe

In Afrika sind keine Impfungen in Sicht. Menschen für Menschen leistet in der Corona-Krise weiter Nothilfe für die ärmsten Familien in Äthiopien.

 

Mütter packen die Lebensmittel ein

In den äthiopischen Städten Addis Abeba und Debre Berhan verteilen wir Nothilfe-Pakete.

«Vor der Corona-Zeit sicherte die Familie ihre Ernährung mit Resten aus der Universitätskantine. Weil die Hochschulen jetzt geschlossen sind, gibt es diese Möglichkeit nicht mehr. Vor der Pandemie arbeitete die Mutter zeitweise als Haushaltshilfe, sie kochte für die Familien von Staatsbeamten. Diese haben jetzt Angst vor Ansteckung. Damit ist die Familie ohne Hilfe von aussen dem Hunger ausgeliefert.»

So beschreibt eine Sozialarbeiterin von Menschen für Menschen die Situation einer alleinerziehenden Mutter und ihrer drei Kinder zwischen 4 und 13 Jahren in der Stadt Debre Berhan. Normalerweise ermöglicht die Schweizer Stiftung den 1000 ärmsten Kindern in der äthiopischen Stadt langfristige Lebensperspektiven, vor allem über Bildungsangebote – doch jetzt ist auch akute Nothilfe lebensnotwendig.

Zum Jahreswechsel, kurz vor dem äthiopischen Weihnachten am 7. Januar, fand eine erneute Runde der wiederkehrenden Lebensmittelverteilung an die bedürftigsten Familien statt. Sie basiert auf Hausbesuchen der Sozialarbeiterinnen, die die Not jeder Familie einschätzen. «Wir wollen kein Abhängigkeitssyndrom schaffen», erklärt Kelsang Kone, Geschäftsführer  von Menschen für Menschen. «Deshalb untersuchen wir die tatsächliche Situation und den Bedarf für jede Familie individuell.»

96 Mädchen und 100 Buben aus 89 Familien mit meist alleinerziehenden Müttern erhielten die Lebensmittelpakete, die ihre Ernährung für einen Monat sichern werden. In den Paketen finden sich Reis, Weizenmehl, Pasta, Kichererbsen oder andere Hülsenfrüchte, Speiseöl, Waschseifen und Gesichtsmasken.

Kontrolle von Unterernährung: Vermessung des Armumfangs

Schnelltest über den Armumfang: Dieses Kind ist bereits moderat unterernährt.

Vergleichbare Pakete bekamen zum Jahreswechsel auch 158 alleinerziehende Mütter von Kleinkindern aus den Armenvierteln im Stadtteil Arada in Addis Abeba.  Ergänzend dazu einen Mietzuschuss in bar, weil in der Hauptstadt die Mieten selbst für schäbigste Unterkünfte für die Ärmsten in der Corona-Krise nicht zu stemmen sind.

Während viele Menschen in Europa aufgrund der begonnenen Impfungen auf eine Entspannung der Krise hoffen, fehlt gerade den ärmsten Familien in Afrika diese Perspektive. «Der globale Kampf um die Impfstoffe ist entbrannt», schreibt die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) in ihrer Ausgabe vom 4. Januar. «Während finanzstarke Staaten von ihren mit den Pharmaunternehmen ausgehandelten Vorkaufsrechten Gebrauch machen, drohen Entwicklungsländer leer auszugehen.»

Was aber bedeutet es für Afrika, wenn weite Teile des Kontinents noch ein Jahr auf einen Impfstoff warten müssen? «Die wirtschaftliche Situation wird sich noch mehr verschlechtern», sagte Olumide Abimbola von der Denkfabrik «Africa Policy Research Institute» der NZZ. «Grosse Teile Afrikas, die sowieso schon schwach in die Weltwirtschaft integriert waren, werden nun unweigerlich noch mehr isoliert.»

Es steht zu befürchten, dass gerade die ärmsten Teile der Bevölkerung darunter am meisten leiden, wie auch die Befragungen der MfM-Sozialarbeiterinnen im äthiopischen Debre Berhan vermuten lassen. «Wir werden vor Ort bleiben und weiter beobachten, wer akute Nothilfe braucht», sagt Kelsang Kone.

 


Für die armen Familien

Mit 50 Franken  ermöglichen Sie Nothilfe, die einer Familie einen Monat lang das Überleben sichert.

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