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Mikrokredite für Frauen: Der Schlüssel zum Erfolg

Geduldig voran

Wie können arme Frauen selbständig und unabhängig werden? Menschen für Menschen setzt auf Mikrokredite. So funktionieren sie:

Illustration: Frau schleppt Säcke

1. Etagu Haile, 38, ist alleinerziehend. Sie ist niedergeschlagen: Mit ihren Jobs als Tagelöhnerin kann sie ihre Kinder nicht ernähren.

Illustration: Frau in der Selbsthilfegruppe

2. Menschen für Menschen organisiert Etagu und andere Frauen in einer Selbsthilfegruppe. Dort lernen die Frauen, wie man ein Kleinstunternehmen führt. Mindestens drei Monate lang sparen sie jede Woche 25 Rappen an – so beweisen sie ihre Motivation.

Illustration: Frau in der Selbsthilfegruppe
3. Wir statten die Gruppen mit Startkapital aus, pro Frau mit rund 90 Franken. Nach einigen Monaten erhalten die Frauen ihren ersten Kredit. Etagu ist vorsichtig, nimmt umgerechnet nur 50 Franken auf. Sie beginnt, mit Gemüse zu handeln. Diszipliniert zahlt sie ihre Schuld an die Gruppe zurück.
4. Nach wenigen Monaten hat Etagu ihren Kredit zurückgezahlt – damit kann sie einen neuen erhalten. Sie fühlt sich sicherer und nimmt jetzt 100 Franken auf.

5. Etagu zahlt den Mikrokredit zurück, investiert in neue Ware und kann ihren Kindern ein menschenwürdiges Leben bieten: Sie lebt von ihrem Gewinn von rund 40 Franken pro Woche – zum Vergleich: Als Tagelöhnerin verdiente sie 25 Franken pro Monat.

6. Etagu zahlt einen Zins von fünf Prozent. So vergrössert sich das Kapital der Gruppe. Weitere Frauen werden aufgenommen und nehmen Kredite für ihre Geschäftsideen auf.

7. Vier bis fünf Gruppen schliessen sich zu einer staatlich anerkannten Genossenschaft zusammen, die selbständig funktioniert: Menschen für Menschen kann die Hilfe beenden.


Zahlen:

Die Selbsthilfegruppen (SHG) haben 15 bis 20 Mitglieder. Zurzeit gibt es dank Menschen für Menschen in der Stadt Debre Berhan 22 Selbsthilfegruppen
mit 385 Mitgliedern.

Nach einiger Zeit schliessen sich vier bis fünf SHG zu staatlich anerkannten Genossenschaften zusammen. Derzeit gibt es in Debre Berhan fünf Genossenschaften mit 372 Mitgliedern.

Die Gruppe von Etagu hat 18 Mitglieder und heisst «Siyalfe Waza». Das bedeutet: «Geduldig vorankommen». Seit der Gründung Anfang 2019 hat die Gruppe das Startkapital von Menschen für Menschen durch eingezahlte Zinsen und Sparsummen mehr als verdoppelt.


Kelsang Kone

Liebe Leserin, lieber Leser

Auch in der Schweiz brauchen Gründer Startkapital, um ein eigenes Geschäft aufzubauen. Deshalb sind Mikrokredite für besonders arme Mütter auch in Äthiopien so wichtig. Leider hat die Corona-Krise viele Kleinstunternehmerinnen hart gebremst. Und den Kindern von besonders armen Tagelöhnerinnen droht Hunger. Sie sind dringend auf unsere Nothilfe-Pakete angewiesen.

Während wir in der Schweiz auf ein Ende der Krise hoffen dürfen, hat Afrika diese Perspektive nicht: Die reichen Länder haben sich den Löwenanteil der Impfdosen gesichert.

«Weil die Pandemie die Armen am stärksten trifft, vertieft und verlängert sich die Krise für alle», argumentiert die «Neue Zürcher Zeitung». Solange das Virus nicht weltweit besiegt ist, drohen Mutationen und damit die Gefahr, dass die entwickelten Impfstoffe gegen die neuen Varianten weniger gut wirken könnten.

Die Corona-Krise zeigt uns so auf schmerzhafte Weise, dass wir mit den Menschen der armen Länder eng verbunden sind. Es schadet uns, wenn wir nur an uns selbst denken. Zu helfen, dass Armut überwunden wird, ist moralischer Auftrag – und ein Gebot der Vernunft.

Lassen Sie uns gemeinsam an einer gerechteren Welt arbeiten!

Ihr Kelsang Kone

Geschäftsführer
Menschen für Menschen


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