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Fakten über Kaffee: Mehr Gerechtigkeit!

Mit Kaffee wird in der Schweiz sehr viel Geld verdient. Die Familien in Äthiopien, die den Kaffee anbauen und ernten, erhalten nur einen winzigen Bruchteil davon. Menschen für Menschen sorgt dafür, dass die armen Produzenten mehr bekommen. Hier finden Sie Zahlen und Fakten über Kaffe:

Bitterer Nachgeschmack

Eine Tasse Kaffee in einem Schweizer Café kostet durchschnittlich 4,23 CHF. Mit einem Kilogramm Kaffee wird so ein Umsatz von knapp 280 CHF erzielt. Beliebt sind in Schweizer Haushalten Kaffeekapseln. Dabei bezahlt der Verbraucher per Kilogramm Kaffee etwa 80 CHF.

In den schwarzen Bohnen steckt viel Geld – aber nur am Ende der Wertschöpfungskette. Die Kaffeebauern in Äthiopien erhalten für den Verkauf von einem Kilogramm Kaffeekirschen lediglich 3 CHF.


Fakten über Kaffee: Kaffeebauer mit Kaffeekirschen

«Früher musste ich zu schlechten Preisen an private Händler verkaufen. Seit Menschen für Menschen ein Lager gebaut hat, nimmt mir die Genossenschaft meine gesamte Ernte an Kaffeekirschen zu einem guten Preis ab. Nur durch den Kaffee kann ich an Bargeld kommen für alles, was meine Familie braucht: Kleidung, Speiseöl, Schulbedarf, Medizin.»
Beyene Shuru, 58, Kaffeebauer


Fakten über Kaffee: Schweizer Kaffeekonsum

Mit den Schwachen kann man´s ja machen …

Fakten über Kaffee: Reife Kaffeekirschen

Die reichen Länder führen Rohkaffee gewöhnlich zollfrei ein. Wollen die armen Anbauländer dagegen Röstkaffee exportieren, verlangen die reichen Länder zumeist Einfuhrzölle. So schützt Europa seine Röstindustrie und steigert die Wertschöpfung gewaltig: Gerösteter Kaffee erzielt meist mehr als den doppelten Preis. Die Schweiz ist der fünftgrösste Importeur von Rohkaffee – und exportiert 70’000 Tonnen Röstkaffee wieder, etwa 40 Prozent der zunächst eingeführten Menge. Diese Ausfuhren von Kaffeeprodukten sind dreimal so viel wert wie die gesamten Einfuhren: So viel Mehrwert gibt es für die Schweizer Unternehmen durch die Verarbeitung, während die Produzenten das Nachsehen haben.


Fakten über Kaffee: Schweizer Kaffee-Exporte


Was wir für die armen Kaffeebauern tun

Wer mehr Gerechtigkeit für die Kaffeebauern will, muss dafür sorgen, dass sie mehr verdienen. Die Stiftung Menschen für Menschen unterstützt sie im äthiopischen Bezirk Abaya auf einfache und effiziente Weise.

Das Problem

Die Kooperative im Dorf Gangua verfügte nur über eine kleine Wellblechhütte als Lager. Die Mitglieder mussten deshalb einen grossen Teil ihrer Ernte zu einem schlechteren Preis individuell an private Händler abgeben. Und in der Hitze der Blechhütte litt die Qualität des Kaffees, damit erzielte die Kooperative nur geringe Preise.

Die Lösung

Menschen für Menschen half den Bauern eine Lagerhalle zu erbauen. Sie hat ein Betonfundament und Wände aus Hohlblocksteinen. Die Halle kostete umgerechnet 25’000 CHF.

Die Wirkung

Schon im ersten Jahr übersteigt der Nutzen die aufgewendeten Kosten. Dank des neuen Lagers kann die Kooperative von den Mitgliedern mehr Kaffee abnehmen und mit dem Wiederverkauf warten, bis die Preise gut sind. Wurden vor dem Bau der Halle 231 Tonnen Kaffeekirschen eingekauft, waren es bei der jüngsten Ernte 606 Tonnen. Die Kooperative konnte ihre Erlöse von umgerechnet 140’000 CHF auf rund 400’000 CHF im Jahr steigern. Darüber hinaus ist die Kooperative von Gangua Fairtrade- zertifiziert. Das bedeutet, dass die Kooperative einen Bonus auf jedes Kilogramm verkauften Kaffees bekommt. Der Bonus für die Ernte betrug rund 32’000 CHF. Damit kauften die Bauern einen Truck, um künftig die Kosten für teure Mietlastwagen zu sparen.