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Seit Menschen für Menschen das Bulga Health Center ausgebaut hat, können werdende Mütter dort viel besser versorgt werden. Jedes Jahr rettet der neue Block für Gynäkologie mehreren Frauen das Leben.

 

 

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Als sich Mohammed Adem, der Leiter des Bulga Health Center in Shola Gebea, für eine Karriere im medizinischen Bereich entschied, ging es ihm darum, seinen Mitmenschen zu helfen. „Leider wissen die Menschen in Äthiopien oft wenig über Gesundheitsthemen. Deshalb ist es am einfachsten, wenn man ihnen direkt helfen kann“, sagt der 27-jährige. Zu Beginn seiner medizinischen Tätigkeit schmerzte es ihn oft, Patienten nicht helfen zu können, weil Medikamente fehlten. „Ich wusste genau, welche Behandlung nötig gewesen wäre, aber wir hatten einfach nicht die Mittel dazu.“

 

 

Erwachsenenbildung in dem Dorf Kumdingay im Projektgebiet Hagere Mariam

 

Das Gesundheitszentrum in Shola Gebea gibt über 27‘000 Menschen in der Region Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Patienten wohnen bis zu 38 Kilometer entfernt, oft in abgelegenen Tälern, von wo sie nur zu Fuss oder mit der Hilfe von Nachbarn und Verwandten zum Zentrum gelangen. Die meisten Patienten leiden unter Darmparasiten und erhalten dort eine erste Versorgung.

 

 

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Heute aber ist Mohammed Adem besonders stolz auf die neue Abteilung zur medizinischen Betreuung von Schwangeren und Müttern. „Seit der Block von Menschen für Menschen errichtet wurde, haben wir unsere Arbeit in diesem Bereich immens professionalisiert. Wir helfen den Frauen heute bei Komplikationen während der Schwangerschaft, während der Geburt, oder bei der Nachbehandlung.“ Weil es für die intimen Untersuchungen früher keine separaten Räume gab, trauten sich viele Frauen zuvor nicht, eine solche Behandlung anzunehmen.

 

 

Neuer Ambulanzwagen mit einer Nutznießerin, der 20 Jahre alten Hukun Osman Fotograf: Rainer Kwiotek Bild für redaktionelle Zwecke frei verfügbar. Bitte Bildhinweis: Rainer Kwiotek

 

Ein weiterer Fortschritt ist die Ambulanz, die Menschen für Menschen zur Verfügung stellte. Früher kam es vor, dass Patienten wegen der langen Anreise zu spät im Health Center eintrafen und nicht mehr behandelt werden konnten. Komplizierte Notfälle musste man oft an das 80 Kilometer entfernte Spital in Debre Berhan verweisen. Doch viele konnten sich den privaten Transport dorthin nicht leisten.

 

 

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„Mit dem neuen Trakt und der Ambulanz sind wir heute in der Lage, Menschen zu retten“, sagt Mohammed Adem. „Allein bei Geburtskomplikationen starben früher fünf bis zehn Frauen pro Jahr. Inzwischen haben wir geeignete Räumlichkeiten, besser ausgebildetes Personal und genügend Medikamente. So können wir Leben retten. Dafür bin ich Menschen für Menschen jeden Tag dankbar.“