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Corona-Nothilfe: «Kein Geld für Miete, kein Geld für Essen»

Fantanesh Worku ist alleinerziehende Mutter zweier Kinder. Ihre Tochter Admasu ist zwölf Jahre alt, ihr Sohn Besufikad ist ein Jahr alt. Sie gehört zu den besonders Armen in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba. Wie ergeht es ihrer Familie in der Corona-Krise?

 

Fantanesh Worku mit Lebensmittelpaket

Fantanesh Worku mit dem Lebensmittelpaket, das sie von Menschen für Menschen erhalten hat

Fantanesh Worku, wie versorgen Sie Ihre Kinder?

Meist arbeite ich als Wäscherin, um Geld zu verdienen. Ich wasche die Kleider anderer Familien von Hand. Aber ich mache auch andere Arbeiten. Zum Beispiel backe ich Brot oder ich putze Wohnungen.

Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Leben?

Ich arbeite hart für einen winzigen Lohn, der nicht einmal für das Essen und die Miete für unseren kleinen Raum reicht. Am schwierigsten war es, als ich hochschwanger war und nach der Geburt, als ich nicht arbeiten konnte, also auch keinen Lohn hatte. Ich bin ganz auf mich allein gestellt.

Was ist mit dem Vater der Kinder?

Als ich mit Besufikad schwanger war, hat mich mein Mann im Stich gelassen. Ich weiss nicht, wo er jetzt ist.

Hat die Corona-Krise Ihr Leben verschlimmert?

Ich habe keine Worte, wie sehr! Die Familien wollen nicht, dass ich für sie die Wäsche wasche. Auch andere Jobs bekomme ich nicht mehr. Die Menschen haben Angst. Ich habe weder Geld für die Miete noch für genug Essen.

Was tun Sie?

Ich gehe von Haus zu Haus, frage nach Arbeit. Ich habe versucht, Geld zu leihen von meinen bisherigen Auftraggebern mit dem Versprechen, es nach Corona zurückzuzahlen. Aber die meisten wollten mir nichts geben. Einige wenige aber gaben mir kleine Beträge, nicht als Kredit, sondern als Geschenk.

Wie wohnen Sie?

In einem winzigen Raum. Der Besitzer wollte mich rauswerfen, weil ich kein Geld für die Miete hatte. Zum Glück haben einige grossherzige Nachbarn für mich bezahlt.

Erleben Sie Hunger?

Machen Sie einen Witz? Ich habe schon oft erlebt, dass ich kein Geld für Essen hatte! Aber in dieser Corona-Zeit ist die Situation entsetzlich. Meine Kinder und ich essen manchmal nur einmal am Tag.

Sie bekommen nun zum ersten Mal ein Nothilfe-Paket von Menschen für Menschen. Ist es ausreichend?

Das Paket macht mich ruhiger. Wenn ich es gut einteile, dann reicht es für diesen Monat.  Aber wenn die Corona-Situation sich noch lange so fortsetzt, dann verliere ich meine Hoffnung.

 

Bei der ersten Verteilung von Corona-Nothilfe erhielten die meist alleinerziehenden Mütter von Kleinkindern ein Lebensmittelpaket für einen Monat bestehend aus: zehn Kilogramm Mehl, fünf Kilogramm proteinreiche Spezialnahrung für Kleinkinder, Speiseöl, Teigwaren und Seifen. Weil viele Mütter verzweifelt berichteten, dass die Vermieter sie aus ihren winzigen Unterkünften werfen wollten, bereiten wir nun eine zusätzliche Massnahme vor: Neben Lebensmitteln sollen bei der nächsten Verteilung auch Geldbeträge zur Deckung der Mietkosten bereitgestellt werden.


Grafik Lebensmittelpaket

Lasst uns jetzt handeln!

Die Corona-Krise trifft die ärmsten Familien am härtesten. Sie brauchen jetzt Überlebenspakete mit Lebensmitteln und Spezialnahrung für unterernährte Kleinkinder.

Unser Nothilfe-Paket besteht aus:

  • 10 kg Weizenmehl
  • 5 kg Famix (proteinreiche Spezialnahrung für Kleinkinder)
  • 6 kg Teigwaren
  • 2 l Speiseöl
  • 5 Stück Seife

 

Mit 70 Franken ermöglichen Sie Lebensmittelpakete, die zwei Familien einen Monat lang das Überleben sichern.

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